
Norbert's Blogs
Norbert's Unternehmerseiten
Home  Inspirationen für mehr Power,Wohlbefinden und Lebensqualität  Lob als Selbstwert-Killer | Druckseite |
Lob als Selbstwert-Killer
Wenn wir darauf aus sind, in der Hoffnung, mit Schaulaufen bei Chefs oder Partnern, Lob zu erhaschen, ist die Aufmerksamkeit nicht mehr bei der eigentlichen Arbeit.
Nehmen wir als Beispiel Johann N. als Angestellten eines Unternehmens. Durch gute Ausbildung ist er fachlich kompetent. Sein Arbeitsplatz bietet ihm Freiräume und er genießt seine interessante Aufgabe.
Seine Aufmerksamkeit liegt jedoch mehr beim Beobachten seines Chefs als bei seiner Arbeit. Sieht sein Chef eigentlich, wie erfolgreich er ist? Bei jeder größeren Aufgabe fragte sich Johann N., ob er auch damit bei seinem Chef Anerkennung findet.
Die Aufmerksamkeit des Chefs ist ihm wichtiger als sein Arbeitsergebnis. Hin und wieder meldet er sich bei seinem Chef zum Sondergastspiel, berichtet über seine Arbeit und spekuliert heimlich auf Lob und Streicheleinheiten.
Irgendwann wird es dem Chef zu bunt und er fragt:“ Für wen arbeiten Sie eigentlich?“ „ Na, für Sie, mein Chef!“
So machen wir das Lob des anderen und dessen Bewertungskriterien zum Maßstab unserer Leistung. Wenn wir süchtig nach Lob sind, strengen wir uns so lange an, bis wir bekommen was wir suchen.
Darf man sich damit begnügen? Darf man anerkennen, dass Johann N. glaubt, ausschließlich für seinen Chef zu arbeiten? Eines ist sicher, auf diese Weise wurden noch keine außerordentlichen Dinge vollbracht. Lob steht außergewöhnlicher Leistung sogar im Wege!
Nur, wer die totale Hingabe zu seinem Beruf und seiner Arbeit ohne Seitenblicke auf Lob seines Tuns ausübt, leistet hervorragende Arbeit. Mit Elan und Entschlossenheit, abseits von Zustimmung und Ablehnung sich zu bewegen, bedeutet auf dem Weg zu außergewöhnlichen Leistungen zu sein und sagen zu können: „Ich arbeite für mich selbst“.
Hier ist es gleich, wie reif wir sind. Wenn wir aufrichtig in uns hineinblicken, so werden viele den Wunsch nach einer fürsorglichen Mutter- oder Vaterersatz finden, der uns versorgt und behütet hat.
Viele Menschen spüren seit ihrer Kindheit das nicht erfüllte Bedürfnis, sich von anderen Stärken zu holen, von denen sie glauben, sie selbst nicht zu haben. Das äußerliche Verhalten mag diese Menschen in vielem reif erscheinen lassen. Es ist ihnen jedoch nicht gelungen, eine entscheidende Tatsache menschlicher Existenz zu akzeptieren - nämlich, dass das Zentrum ihrer Schwerkraft nirgendwo anders als ihnen selbst ruht.
Es entsteht im Menschen der Irrtum, dass er glaubt, die Umwelt liefert etwas, was er nicht selbst besitzt. Selbst-Vertrauen im wahrsten Sinne. Die vitale Kraft des Selbst. Lob erzieht zur Kraftlosigkeit.
Wenn diese Emotionen unser Leben bestimmen und zum Antrieb unseres Handelns führen, sind wir abhängig und verlieren leicht das Gleichgewicht.
Wird das Leben von Abhängigkeit regiert, ist dies im strengen Sinne eine passiv-abhängige Persönlichkeitsstörung. Wer Loben kann, darf auch tadeln. Wer von Lob abhängig ist, lebt in der ständigen Angst, es nicht zu bekommen und lebt im permanenten Mangel.
Erhält der Mensch kein Lob, verliert er sein Selbstwertgefühl.
Erhält er Lob, verliert er seine Unabhängigkeit.
Die „abgeleitete“ Sicherheit ist immer die Sicherheit des Kindes.
Lob schadet nur dem, der es erhält.
Vom Fremd-Wertgefühl zum Selbst-Wertgefühl!
Was halten Sie von wohlwollender und wertschätzender Zuwendung? Oder, von teilnehmender Einfühlsamkeit? Oder gar Anerkennung Ihrer Selbstbestimmtheit?
Was ist schöner als die Aufmerksamkeit anderer Menschen?
Aufmerksamkeit, ja! Freundlichkeit, ja! Nicht jedoch Lob!
Der Mensch kann nicht genügend Liebe, Respekt und Aufmerksamkeit bekommen. Zugewandt sein bedeutet echtes Interesse zu zeigen. Menschen sehnen sich danach, als Mensch wahrgenommen zu werden und nicht nur als Leistungsbringer.
Lesenswertes
23.07.10
Führungskraft sein
13.04.10
Klare Gedanken durch
18.02.10



Druckseite