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Die Wanderer: Die Welt ist das, was Sie von ihr erwarten!

Von Frank Obels

 

Es war einmal, viele hundert Jahre vor dem Heute, ein Wanderer. Wenn Sie möchten, können Sie sich natürlich auch gerne eine Wanderin vorstellen.

 

Der Wanderer wanderte auf eine Stadt zu. Vor dieser Stadt saß ein alter Mann auf einem großen Stein. Der Wanderer blieb bei dem Alten stehen und fragte ihn, wie denn die Leute dort in der Stadt wären.

Der alte Mann lächelte weise (wahrscheinlich war er es auch) und fragte den Wanderer: »wie waren denn die Leute in der Stadt, in der Du zuletzt warst?«

Der Wanderer erzählte nun seinerseits, dass es eine ganz furchtbare Erfahrung für ihn war. In der letzten Stadt wären ihm nur Gauner, Verbrecher und andere böse Menschen begegnet.

Der alte Mann nickte und erklärte ihm, dass der Wanderer auch in dieser Stadt praktisch ausschließlich böse Menschen, Gauner und Verbrecher antreffen würde.

Nun nickte der Wanderer, als ob er es erwartet hätte und zog weiter.

 

Nach gar nicht allzu langer Zeit wanderte ein anderer Wanderer auf die Stadt zu und auch er blieb beim alten Mann stehen. Auch dieser Wanderer stellte ihm die Frage, was er denn für Leute in der Stadt dort antreffen würde.

Wieder fragte der Alte die gleiche Gegenfrage: »wie waren denn die Leute in der Stadt, in der Du zuletzt warst?«

Der Wanderer geriet ins Schwärmen und erzählte, wie wundervoll die Leute dort gewesen waren, nett, freundlich und ausgesprochen hilfsbereit. Er habe viele neue Freunde gewonnen in dieser Stadt.

Der alte Mann nickte und erklärte ihm, dass der Wanderer ruhig auch in diese Stadt gehen könnte, er würde praktisch ausschließlich nette, freundliche und hilfsbereite Menschen dort antreffen und viele neue Freundschaften schliessen.

 

Für Menschen, die glauben man müsse alles wissen, bevor man beginnen kann

Von Hans-Peter Zimmermann

 

Ein Mann fand eines Tages ein Stück einer Landkarte

und hatte allen Grund anzunehmen,

dass es sich um eine Schatzkarte handelte.

Er wollte unbedingt den verborgenen Schatz finden

und suchte in den nächsten Wochen und Monaten

unermüdlich nach den restlichen Teilen der Karte.

Vergeblich.

Da kam ihm eines Tages die Idee,

er könnte doch den Hinweisen,

auf dem einen Stück der Karte,

erst einmal folgen.

Und siehe da:

Dort fand er das nächste Kartenstück,

wieder mit einem Hinweis darauf.

Und so folgte er immer der Information,

die er bereits zur Verfügung hatte

und stieß schließlich auf den lange ersehnten Schatz.

Und es mag ja nicht einmal so wichtig sein zu wissen,

dass der Schatz sich die ganze Zeit

auf seinem Grundstück befunden hatte.

Wichtiger ist vermutlich das,

was der Mann daraus gelernt hatte.

Nämlich, dass man nicht immer die ganze Landkarte braucht,

um loszumaschieren...........

 

Die Frösche und das kochende Wasser

Von Frank Obels

 

Es war einmal ein alter Mann, der vor seiner Hütte saß und über das Leben nachdachte. Und während er so da saß, entdeckte er am Ufer des kleines Sees einen Frosch. Der alte Mann packte den Frosch und nahm ihn mit in seine Hütte, wo er ihn sogleich in einen großen Topf mit kochendem Wasser gab.

Der Frosch machte einen entsetzten Sprung heraus aus dem Topf und sprang schnell wieder aus der Hütte hinaus, noch eher der alte Mann es recht bemerkte.

 

Wieder saß der alte Mann vor seiner Hütte - und wieder dachte er über das Leben nach. Er dachte an den Frosch, der sich sicherlich ordentlich verbrannt hatte, sich aber beherzt der Situation entzogen hatte, um weiter leben zu können.

Da bemerkte der alte Mann wiederum einen Frosch am Ufer des Sees und der alte Mann nahm auch diesen Frosch mit in die Hütte.

Da er dieses Mal keinen Topf mit kochendem Wasser auf dem Ofen stehen hatte, setzte er den Frosch in einen Topf mit kaltem Wasser und zündete dann den Ofen an und setzte kurze Zeit später den Topf auf das Feuer.

 

Zu seinem Erstaunen stellte der alte Mann fest, dass der Frosch im Topf sitzen geblieben war und auch weiter blieb. Das Wasser wurde immer wärmer, schließlich heiß und dann kochend, doch der Frosch blieb selbst im kochenden Wasser sitzen und machte keinerlei Anstalten der bedrohlichen Situation zu entkommen.

Der alte Mann freute sich über das unerwartete Abendmahl und dachte weiter über das Leben nach, während er genüßlich seine Froschsuppe schlürfte.

 

Eine Frage ließ dem alten Mann einfach keine Ruhe: warum war der Frosch nicht irgendwann doch aus dem immer heißer werdenden Wasser gesprungen, sondern lieber gestorben, als sich zu retten?

Der alte Mann dachte an die Menschen und er glaubte, eine gewisse Ähnlichkeit im Verhalten des Frosches und der Menschen entdeckt zu haben.

Gab es nicht auch Menschen, die in ihrem Leben nichts änderten, obwohl es ihnen immer schlechter und schlechter ging oder eine Situation immer bedrohlicher wurde?

Lieber starben diese Menschen, als sich durch einen beherzten Sprung heraus aus der Problemsituation zu retten?

Oder hatte der Frosch erst viel zu spät bemerkt, wie heiß das Wasser war und er hatte dann keine Kraft mehr für die rettende Veränderung gehabt und ergab sich so seinem Schicksal?

Geht es etwa vielen Menschen auch so?

 

Und wenn die Verschlechterungen nicht schleichend, sondern schlagartig kämen, würden die Menschen dann aus dem kochenden Wasser springen?

 

Die hungrigen Frösche

Zwei hungrige Frösche suchten frische Fliegen im Stall. Leider fanden sie keine, nur einen Eimer mit Milch. Weil es sie so hungerte und niemand im Stall war, sprangen sie mit einem großen Satz in den Eimer mit der verlockenden Flüssigkeit. Sie tranken sich satt - so richtig nach Herzenslust! Plötzlich merkten sie, dass sie nicht mehr aus dem Eimer kamen. Die glatten Wände des Eimers waren zu glatt. Ihre Bemühungen stießen ins Leere. Da rief der eine Frosch: "ich kann nicht mehr, es ist aus - leb wohl!" Worauf der andere entgegnete: "Schwimm' weiter, so lange Du kannst!" Doch vergeblich: Der Frosch streckte alle Viere von sich und ertrank. Der zweite Frosch dagegen ruderte und ruderte... und als der Morgen graute, saß er auf einem Klumpen Butter. So konnte er sich mit einem Sprung aus dem Eimer retten. Den anderen Frosch aber, fand der Bauer tot in der Butter vor.

Der Adler im Hühnerstall

Es war einmal ein Farmer. Eines Tages, während einesSpazierganges auf dem Lande, fand er ein verlassenes Adlernest. Darin fand er ein Ei und er nahm es mit nach Hause, er wollte versuchen ob er es ihm gelingen würde, das Ei auszubrüten. Er legte das Ei in den Hühnerschlag, so dass es von den Hühnern schön warm gehalten wurde. Diese waren zufrieden es auszubrüten, einfach wie ein weitereseigenes Ei. Bald danach schlüpfte ein kleines Adlerjunges aus der Schale und begann sein Leben im Hühnerstall.

Als das Adlerkücken etwas herangewachsen war, bemerkte es, dass seine Flügel ein klein wenig größer waren als die seine Kumpanen aber es versuchte nicht herauszubekommen ob dahinter möglicherweise ein Grund verborgen sein mochte. Es fuhr einfach damit fort, seine Zeit damit zu verbringen, so wie alle anderen im schmutzigen Boden nach Futter zu suchen. Die Hühnermutter verdiente ihrer aller Unterhalt damit, dass sie einfach immer weiter Eier legte, so ging ihr Leben weiter, Tag für Tag.

Dann, eines Tages sah das Adlerjunge nach oben, und erblickte einen riesigen Vogel, mit großen Flügeln - er schwebte im Himmel weit, weit oben. Das Adlerjunge wandte sich an seine Freunde und fragte: "Was ist das für ein Vogel dort oben?"

"Oh, das ist ein Adler", antworteten diese. "Was ist ein Adler?" fragte der junge Adler neugierig. " Das ist ein riesiger Vogel, der hoch in den Lüften fliegt, weit oben über allen anderen Vögeln und er hat eine große Übersicht über alles was unter ihm liegt. Er bekommt ein wirklich großes Bild von dem was überall so geschieht - und er sieht eine Menge...." Wir können so was nicht tun, wir sind nur Hühner.

"Oh" sagte das Adlerjunge, ging zurück und scharrte weiter im Boden nach Körnern, so wie seine Kompagnons.

Von da an, schaute der junge Adler Tag für Tag durch den Hühnerstall, ab und zu wenn er danach nach oben guckte erspähter er hoch über sich wieder Adler, die dort ihre Kreise zogen. Und plötzlich, eines Tages dachte er bei sich: Ich könnte das auch, wenn ich nur wüsste wie man fliegt. Dieser Gedanke faszinierte ihn so sehr, das er seinen Freunden erklärte: Ich denke darüber nach, mir selber das Fliegen beizubringen, so dass ich eines Tages auch hoch in die Lüfte steigen kann.

Seine Kumpel schauten in an. Horror und Unglauben stand in ihre Gesichter geschrieben und sie schrieen ihn an: "Nein, nein das kannst Du nicht tun - es ist sehr gefährlich! Du bist sehr viel sicherer hier innerhalb des Zaunes wo der Draht uns davor schützt angegriffen zu werden. Und wir müssen doch auch gar nicht viel tun. Nur ein paar Eier legen, jeden Tag um den Farmer bei Laune zu halten. Und hier herinnen sind wir alle gleich, wir sehen alle gleich aus und das fühlt sich doch gut an. Aber draußen sind alle verschieden, Du weißt nicht was Dir blüht und es ist nicht sicher."

Der Adlerjunge dachte lange über das was seine Freund zu ihm gesagt hatten nach, und schlussendlich dachte er: Nun sie müssen es wohl am Besten wissen, nach allem was sie erlebt haben. Denn sie sind hier ja schon viel länger als er. Und so machte er weiter damit auf dem Grunde herum zu picken.

Aber nach einer kurzen Weile guckte er doch wieder nach oben, und er sah einen Adler hoch über sich und wieder kam ein neuer Gedanke in ihm zu Vorschein: Ich frage mich, ob ich ein Adler werden könnte? Von da an stand er im Stall und bewegte seine Flügel auf und ab, auf und ab..., er versuchte ein kleines bisschen vom Boden abzuheben. Das staubte natürlich. Was die anderen Hühner ziemlich störte.

"Hey, das kannst Du nicht machen! Das ist ungemütlich, du störst uns alle!" schrieen sie. "Wir wollen, dass die Dinge so bleiben wie sie sind, nett und ruhig" "Du schaffst es nie, es ist unmöglich, viel zu schwer - Du bist verrückt!" Das und einiges mehr sagten die Hühner und sie lachten es aus und spotteten über die schwachen Versuche des Adlerjungen vom Boden abzuheben.

Aber jeden Tag flatterte der Adler mit seinen Flügeln und er bemerkte, dass sie dabei immer ein wenig stärker wurden - bis er eines Tages tatsächlich vom Boden abheben konnte, für ein, zwei Sekunden. "Ja, ja ich kann es", schrie er vor Aufregung, sicher dass er damit sein inneres Gelöbnis fortführen würde. Und so führte er Tag für Tag seine Übungen fort, jeden Tag gelang es ihm, ein Stückchen höher vom Boden abzuheben.

Seine Kumpel fuhren damit fort, auf dem Grund herum zu picken, sie schauten auf ihn in Verachtung und Unglauben, dazu begannen sie sich von ihm zurückzuziehen und wiederholten immer aufs Neue, dass er es nie schaffen würde. Und so dachte er manchmal bei sich, die haben wohl doch Recht und fühlte sich nahe daran aufzugeben. Aber irgendetwas in seinem Inneren brachte ihn doch immer wieder dazu in seine Bemühungen fortzufahren.

Und dann eines Tages fühlte der Adler einen enormen Zuwachs an Kraft.

Nach dem alle Schritte getan wurden die getan werden mussten und getan werden konnten, und alles was nötig war zu lernen, gelernt war,

bewegte er seine Flügel auf und ab,

hob ab und flog. Hoch in die Luft, über den Stall. Höher und höher erhob er sich, weit hinauf in den Himmel, und als er das tat merkte er plötzlich, wie eine warme Thermik aufkam, ihn ergriff und unterstützend weiter hinauf und hinweg trug. Wie er so immer höher stieg fiel ihm auf dass ihm das Fliegen immer leichter fiel.

Tief unten im Hühnerstall, da guckten die Hühner nach oben, sie sahen zu wie ihr Gefährte aus ihrem Blickfeld verschwand, dachten kurz: " Oh ich wünschte, ich könnte das auch" bevor sie ihr Haupt wieder senkten und begannen auf's Neue nach Körnern zu picken.

...WER BIST DU?

Über den richtigen Umgang mit der Angst

Angst?

Ein kleines Kind freundet sich mit einer kleinen Maus an, die bald ganz zutraulich wird. Schließlich kann es Maus auf die Hand nehmen und füttern. Eines Tages nimmt es sie in der Hosentasche mit hinaus ins Freie, um zu spielen. Da taucht plötzlich eine Katze auf und das Kind erschrickt gewaltig, denn es hat gelernt: äKatzen fressen Mäuse“. Es bekommt große Angst und rennt weg. Immer schneller und immer weiter weg. Doch die Katze scheint größer und größer zu werden und das Kind rennt und rennt so schnell es nur kann, aber die Katze wird so groß wie ein Haus. Das Kind ist außer Atem und völlig verzweifelt.

Da hört es eine leise Stimme. Es sieht sich um und entdeckt die Maus, die den Kopf aus der Tasche streckt und ruft: äHalt, du musst dich umdrehen und ihr in die Augen schauen, lauf ihr entgegen und dann wird sie wieder kleiner!“

Da bleibt das Kind erst stehen, dreht sich um und sieht der Katze in die Augen und läuft dann auf sie zu. Und tatsächlich ............ die Katze wird kleiner. Sie schrumpft, bis sie wieder ihre normale Größe hat und streicht dem Kind schnurrend um die Beine. Natürlich könnte jetzt jemand sagen, die Maus hat gut reden, die war ja sicher in der Tasche.
Doch daran hat das Kind in diesem Moment wohl nicht gedacht. Läufst du auch manchmal vor etwas davon?

 

Der Coach, ein Gärtner!

Die Arbeit des Coaches gleicht der eines Gärtners, der verschiedene Pflanzen pflegt. Eine Pflanze liebt den strahlenden Sonnenschein, die andere den kühlen Schatten; die eine liebt das Bachufer, die andere die dürre Bergspitze. Die eine gedeiht am besten auf sandigem Boden, die andere im fetten Lehm. Jede muß die ihrer Art angemessene Pflege haben, andernfalls bleibt ihre Vollendung unbefriedigend.

('Abdul'l-Bahà)

 

Das Geheimnis des Samenkorns - zur Trennungsangst

Für Menschen mit Trennungsangst

 

Ein Samenkorn opfert sich selbst auf für einen Baum, der aus ihm entsteht. Äußerlich gesehen, geht der Samen verloren, aber die gleiche Saat die geopfert wird, verkörpert sich im Baum, seinen Zweigen, Blüten und Früchten. Würde das Bestehen jenes Samenkorns nicht vorerst für den Baum geopfert, hätten keine Zweige, Blüten oder Früchte entstehen können.

(Verfasser unbekannt)

Die schmutzigen Nester

Eine Taube wechselt ständig ihr Nest. Der scharfe Geruch, den die Nester im Laufe der Zeit entwickelten, war für sie unerträglich. Darüber beklagte sie sich bitter bei einer weisen, alten, erfahrenen Taube. Diese nickte mehrmals mit dem Kopf und sagte: " Der Geruch, der dich stört, kommt nicht von den Nestern, sondern von dir selber."

(Ursprung unbekannt)

Der Schatz des Wissens

Der Traktor eines Bauern lief nicht mehr. Alle Versuche des Bauern und seiner Freunde, das Fahrzeug zu reparieren, mißlangen.

Schließlich rang sich der Bauer durch, einen Fachmann herbeizuholen zu lassen. Dieser schaute sich den Traktor an, betätigte den Anlasser, hob die Motorenhaube an und beobachtete alle ganz genau. Schließlich nahm er einen Hammer. Mit einem einzigen Hammerschlag an einer bestimmten Stelle des Motors machte er ihn wieder funktionsfähig. Der Motor tuckerte, als wäre er nie kaputt gewesen.

Als der Fachmann dem Bauern die Rechnung gab, war dieser ertstaunt und ärgerlich: "Was, du willst 300 Euro, wo du doch nur einen Hammerschlag getan hast!" "Lieber Freund" sagte der Fachmann: "Für den Hammerschlag berechne ich dir 5 Euro. 295 Euro aber muß ich für mein Wissen verlangen, wo dieser Schlag zu erfogen hatte."

Kurz-Beispiele für Metaphern im Alltag!

Leeres Stroh dreschen - inhaltslos reden.

Der Fußball Verein reitet auf einer Erfolgswelle - Der Fußball Verein ist erfolgreich und hat im Moment Glück.

Das Recht mit Füßen treten. - Das Recht nicht beachten.
Die Firma ist eine große Familie - Die Mitarbeiter halten zusammen.

Eine Mauer des Schweigens empfing uns - Als wir kamen, blieben alle still, und wir spürten Ablehnung.

Er hat sich in den Stürmen des Lebens bewährt. - Er hat sein Ziel erreicht.

Der Apfel fällt nicht weit von Stamm - Jemand ist seinem Vater, seiner Mutter ähnlich oder auch Beiden

Sei ein Adler und keine Ente

Kennen Sie die alte indische Schöpfungsgeschichte? Danach schuf Gott zuerst die Muschel und dann den Adler. Den Menschen gab er die Möglichkeit, zwischen dem langweiligen Dasein einer Muschel und dem aufregenden, spannenden Leben eines Adlers zu wählen.

„Die Wahl ist doch einfach“, werden Sie sagen. Natürlich sollte sich jeder Mensch für das Leben eines Adlers entscheiden. Aber es ist etwas geschehen, mit dem wohl keiner gerechnet hatte. Viele Menschen haben sich gegen das Leben der Muschel und auch gegen das Leben eines Adlers entschieden. Sie wollten zwar die Vorteile des Adlers für sich haben, aber nicht den Preis zahlen. So haben sie ein Tier gesucht, das ihren „Anforderungen“ gerecht wird. Und sie haben das Tier schließlich gefunden: Die Ente.


Enten

Sehr oberflächlich betrachtet, sehen die Enten Adlern ähnlich. Tatsächlich aber handelt es sich um grundverschiedene Wesen. Wenn Sie wissen, worauf Sie achten müssen, dann werden Sie Enten sofort erkennen. Beide können zum Beispiel fliegen. Aber während der Adler hoch oben in der Luft kreist, bleibt die Ente möglichst dicht über dem Wasser.

Das hervorstechende Merkmal der Ente ist ihr Quaken. Sie quakt eigentlich den ganzen Tag. Wenn sie morgens wach wird, quakt sie. Wenn sie gefüttert werden will, quakt sie. Wenn ihr etwas nicht passt, quakt sie. Wenn andere Enten ihr das Futter klauen, quakt sie. Wenn Sie ein bestimmtes Ergebnis nicht erreicht, quakt sie. Quaken statt Leistung -ein schlechtes Konzept. Enten bei der Arbeit.

Lassen Sie uns einige Situationen anschauen, an denen wir den Charakter einer Ente klar erkennen können:

Sind sie schon einmal fünfzehn Minuten später in den Frühstücksraum eines Hotels gekommen, als die offizielle Frühstückszeit es erlaubt? Wenn Sie einer Ente begegnen, dann wird sie ihnen sagen: "Tut mir leid, aber Sie sind zu spät. Haben Sie nicht das Schild draußen gelesen? Frühstück gibt es nur bis 10:00 Uhr. Quak, quak, quak ...

Ein Adler wird dagegen fragen: „Das Buffet ist leider schon abgeräumt, kann ich Ihnen schnell noch etwas in der Küche fertig machen lassen? Was möchten Sie gerne?"

Kennen Sie einen Baumarkt? Da sind 500q2 Verkaufsfläche und ein einziger Verkäufer. Und der ist irgendwie immer gerade mit einem Kunden beschäftig. Meist jemand, der ein Hochhaus bauen will. Was wird geschehen, wenn Sie höflich unterbrechen: "Entschuldigung, ich habe eine Frage: Wo steht die braune Holzfarbe?" Dann wird ihnen eine Ente antworten: "Sehen sie nicht, dass ich gerade einen Kunden bediene? Ich kann nur einen Kunden gleichzeitig bedienen. Bitte warten Sie, bis ich zu Ihnen komme. Quak, quak, quak ..."

Vor einigen Monaten wollte ich in einem Hotel in Atlanta einchecken. Ich hatte eine Reservierung und eine Bestätigung vom Hotel. Als ich dort ankam, war es aber ausgebucht. Die Dame an der Rezeption teilte mir mit, dass die Reservierung leider nicht gültig sein, denn das Hotel sei hoffnungslos überbucht. Sprachs und ließ mich
stehen.

Ich forderte mein Recht. Aber das Einzige, was die Dame mir entgegnete, war: „Wenn das Hotel voll ist, dann ist es voll. Ich kann ja keine Zimmer zaubern.“ Quak, quak, auak ... Weiter wollte sie sich nicht mehr mit mir beschäftigen.

"Aha" , dachte ich, "eine Ente". Darum verlangte ich nach ihrem Vorgesetzten. Sie
erwiderte unwillig: "Der wird Ihnen auch nichts Anderes sagen." Mit diesen Worten
wollte Sie hinter einer Türe verschwinden. Mit Sicherheit war hinter dieser Türe ein
Ententeich und sie wäre mit einer anderen Ente wiedergekommen.

Ich bat sie, mir einen Adler zu bringen. "Einen was?", wollte Sie wissen. Ich erklärte ihr: "Bringen Sie mir irgend jemand, der nicht schon weiss, dass es nicht geht.

Das hatte Sie verstanden. Der Manager, der kam, war tatsächlich eine Adler. Er sagte Folgendes: "Wir sind wirklich ausgebucht. Das muss ein Versehen unseres Hauses sein, für das ich mich nur entschuldigen kann. Ich möchte so schnell wie möglich eine Lösung für Sie finden. Ich werde sofort telefonieren, um in einem adäquaten Hotel eine Suite für Sie zu bekommen, in die wir Sie auf unsere Kosten >upgraden> können. Darf ich Sie zu einem Dinner in unserem Restaurant ...

Die Unterschiede

Erkennen Sie die Adler? Adler handeln, während Enten quaken. Ihr Quaken steht für Ausreden, Entschuldigungen, sinnloses Geplapper, Meckerei und Nörgelei. Die Enten werden irgendwann entlassen. Sie sind die ersten, die einer Krise zum Opfer fallen. Und dann werden sie sagen: "Wie ungerecht. Ich glaube, meinem Chef hat meine Nase nicht gefallen." Die Adler dagegen werden befördert. Es ist wichtig, dass wir nicht wie Enten sind und quaken, statt Ergebnisse zu erzielen Und wir sollten in unserer Abteilung, unserer Firma oder unserem Team Enten meiden. Es gibt zwar Menschen, die meinen, man könne auch Enten motivieren. Aber wissen Sie, was Sie dann haben? Eine motivierte Ente.

 

Hier einige Unterschiede zwischen Enten und Adlern:

  • Enten sagen: Das kann ich mir nicht leisten. Adler fragen: Wie kann ich mir dasleisten?
  • Enten sind Pessimisten. Adler sind Optimisten.
  • Enten erzählen sich gegenseitig ihre negativen Erlebnisse. Sie halten sogarEntenversammlungen zu diesem Zweck ab. Adler berichten überwiegend positive Dinge.
  • Enten tun nur das Nötigste - und oft noch nicht mal das. Adler gehen die Extra-Meile. Sie tun mehr, als Jemand von ihnen erwarten könnte.
  • Enten arbeiten langsam. Ihr Arbeitsmotto lautet: Ich bin hier bei der Arbeit und nicht auf der Flucht. Adler erledigen alles SSWIM (so schnell wie irgend möglich).
  • Enten wissen alles besser und finden Gründe, um nichts zu tun. Adler sind lernbereit und tun es einfach.
  • Enten finden Ausreden, Adler finden Lösungen.
  • Enten gehen kein Risiko ein. Adler haben manchmal Angst, aber sie handeln trotzdem. Sie sind mutig.
  • Enten arbeiten von zehn bis sechs. Adler arbeiten öfter von sechs bis zehn.
  • Enten suchen in jeder Chance die Probleme. Adler erkennen in jedem Problem eine Chance.
  • Enten reden schlecht über Anwesende - dadurch fühlen sie sich besser. Adler reden positiv oder schweigen.
  • Enten brauchen meist lange, um eine Entscheidung zu treffen, aber sie werfen sie schnell wieder über den Haufen. Adler entscheiden schnell, weil ihre Werte klar sind und sie ihrer Intuition vertrauen.
  • Enten konzentrieren sich auf Probleme und quaken. Adler konzentrieren sich auf Lösungen und handeln.
  • Die Entenseele erinnert sich noch nach Jahren an Unrecht, das ihr angetan wurde. Adler vergeben.
  • Enten warten darauf, dass sie gefüttert werden, und wenn sie nicht genug bekommen, dann quaken sie. Adler übernehmen die volle Verantwortung und holen sich was sie wollen.
  • Enten müssen lieben was sie haben. Adler erarbeiten sich was sie lieben.
  • Enten erregen sich über Kleinigkeiten und wollen sich dadurch lebendig fühlen.Adler nehmen sich nicht zu wichtig.
  • Für die Enten besteht die ganze Welt aus einem kleinen Tümpel. Adler erreichen höchste Gipfel.

    Enten schimpfen auf die Umstände. Adler verändern die Umstände.

 

Was lernen die kleinen Enten von ihrem Schwarm? Wie man quakt. Adler dagegen fordern ihre Mitmenschen. Haben Sie einmal beobachtet, wie Adler ihre Jungen auf das Leben vorbereiten? Erst beginnen die Adlereltern, die feinen Daunen zu entfernen, mit denen das Nest gepolstert ist. Sie werfen sie einfach über den Nestrand. Dann entfernen sie das Gras. In dem Nest wird es immer ungemütlicher. Nach und nach werden dann die kleinen Zweige abmontiert. Die kleinen Adlerchen liegen nun recht unsanft auf knochigen Ästen. Bald sind sie es leid und machen ihre ersten Flugversuche. Sollte ein Junges dafür jedoch zu ängstlich sein, so werfen es die Eltern einfach aus dem Nest. Sollte ein kleiner Adler dann seine Flügel nicht öffnen, so fliegen die Eltern im Sturzflug unter ihn und bringen ihn zurück ins Nest. Aber nur, um ihn bald wieder herauszuschmeißen - bis er fliegen lernt. In der Nähe eines Adlers müssen andere Menschen wachsen. Adler dulden keinen Stillstand und keine Faulheit. Sie setzen hohe Erwartungen in ihre Umgebung. Sie fordern ihre Umwelt. Daher sind Adler Beeinflusser und Führungspersönlichkeiten. Das Leben und die Menschen um sie herum interessiert sie. Sie wollen Einfluss nehmen. Sie wollen etwas zum Positiven verändern. Das ist vielleicht der Grund, warum der Adler so verehrt wird und das Symbol unzähliger Wappen wurde. Den Adler nehmen wir uns gerne als Vorbild. Gewinner leben wie Adler.

 

Welches Tier tragen Sie auf ihrem Wappen ihres Lebens?

 

Verfasser: Unbekannt

 

Der zu kurze Nagel

Zwei Wanderer machten sich zu einer mehrtägigen Bergtour auf. Einer der beiden hatte seinen Hund als Begleiter dabei.

Nach Erreichen der Berghütte, in der das erste Nachtlager errichtet wurde, bereiteten sie ihre Schlafstätten vor und legten sich zur verdienten Nachtruhe.

Der Hund tat das Gleiche und begann alsdann zu heulen und zu jaulen. Fragte der eine Wanderer seinen Kollegen, warum der Hund so jaule? Er bekam zur Antwort, dass der Hund auf einem Nagel liege. Fragte er weiter, warum sich der Hund denn nicht auf einen anderen Platz lege. Darauf sagte der Hundebesitzer: “Weil der Nagel zu kurz ist".

Die Rezession

(Das ist kein Märchen...)

 

Es war einmal ein Mann in Amerika, der wohnte an einer Überlandstraße und verdiente sich seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Hot-Dogs am Straßenrand.

 

Seine Ohren waren nicht so gut, darum hörte er nie Radio. Seine Augen waren nicht so gut, darum las er nie Zeitung. Gut aber waren seine Hot-Dogs, die er verkaufte und er stellte Schilder an die Straße, um dies der Welt mitzuteilen. Auch stand er selbst an der Straße und rief: "Ein Hot-Dog gefällig?" Und immer mehr Leute kauften bei ihm.

 

Er erhöhte seine Bestellung für Würstchen und Brötchen. Er kaufte sich einen größeren Ofen, um mit dem Geschäft Schritt zu halten.Schließlich brauchte er einen Helfer und holte seinen Sohn vom College zurück. Und folgendes geschah:

 

Der Sohn sagte: "Vater, hast Du denn nicht im Radio gehört? Hast Du denn nicht in der Zeitung gelesen? Wir haben eine riesige Rezession! In Europa ist die Lage schlimm. Bei uns in Amerika ist sie noch schlimmer. Alles geht vor die Hunde." Worauf sich der Vater sagte: "Mein Sohn war auf dem College. Er liest Zeitung und hört Radio. Er wird es ja wohl wissen."

 

Daraufhin reduzierte er seine Bestellungen für Würstchen und Brötchen, nahm seine Reklameschilder herein und sparte sich die Mühe, sich selbst an die Straße zu stellen und seine Hot-Dogs anzupreisen. Und praktisch über Nacht brach sein Geschäft zusammen.

 

"Du hast recht mein Junge", sagte der Vater zum Sohn,

"wir befinden uns wirklich in einer gewaltigen Rezession."

 

(Aus der New York Times, 1992)

Vom Vogel und dem weisen Mann

In einer Stadt lebte ein weiser Mann. Er war im ganzen Land bekannt, von überall her kamen die Menschen, um ihn um Rat zu fragen. Wenn sie heimkehrten, rühmten sie die Klugheit des Mannes und mehrten den Ruf seiner Weisheit.

 

In derselben Stadt wohnten ein paar Jungen. Sie waren der Belehrungen müde, auf den weisen Mann zu hören und seine Worte immer zu beachten. Deshalb beschlossen sie, ihn in die Irre zu führen.

 

Sie gingen zu dem Sitz des weisen Mannes, hielten einen lebendigen Vogel in ihren Händen hinter dem Rücken versteckt und sagten: "Wir haben hier einen Vogel. Ist er tot oder lebendig?"

 

So wollten sie seine Weisheit überlisten. Denn antwortete er: "Der Vogel ist tot", hätten sie ihn vor seinen Augen fliegen lassen. Antwortete er aber: "Er ist lebendig", hätte ein rascher und fester Griff den kleinen Vogel getötet.

 

Der weise Mann überlegte gründlich und sagte dann:

"Die Antwort liegt in euren Händen."

 

Der "Einbeinige"

„Der Kranke gleicht einem Menschen, der längere Zeit nur auf einem Bein steht“, sagt der Einbeinige. Nach einer Zeit verkrampfen sich die Muskeln und das belastete Bein beginnt zu schmerzen. Der Mensch kann kaum mehr das Gleichgewicht halten, seine Haltung verkrampft sich, der Leidensdruck steigt.

Verschiedene Helfer bieten ihm Unterstützung an: Der eine massiert das verkrampfte Bein, ein anderer seine Nackenpartie. Ein Dritter bietet ihm seinen Arm als Stütze, da er sieht, dass der Mensch sein Gleichgewicht zu verlieren droht.

Ein weiterer Helfer rät ihm, sich mit den Händen abzustützen, um das Bein zu entlasten.

Ein weiser Mann empfiehlt ihm, daran zu denken, wie gut er es eigentlich hat, da er wenigstens ein Bein hat, während manche Menschen gar keines haben.

Ein anderer weist ihn an, sich vorzustellen, er sei eine Feder, die leicht und immer leichter werde und, je mehr er sich darauf konzentriere, umso geringer werde sein Leiden.

Ein abgeklärter Arzt setzt wohlmeinend dazu: „Kommt Zeit, kommt Rat“

Schließlich geht ein Zuschauer auf den Leidenden zu und fragt ihn: „Warum stehst Du auf einem Bein? Mach doch das andere gerade und stelle dich darauf. Du hast doch ein zweites.“

(nach Nosrat Peseschkian)

Die Lektion eines Schmetterlings

 

Eines Tages erschien eine kleine Öffnung in einem Kokon; ein Mann beobachtete den zukünftigen Schmetterling für mehrer Stunden, wie dieser kämpfte, um seinen Körper durch jenes winzige Loch zu zwängen.

 

Dann plötzlich schien er nicht mehr weiter zu kommen.

 

Es schien als ob er so weit gekommen war wie es ging, aber jetzt aus eigener Kraft nicht mehr weitermachen konnte.

 

So beschloss der Mann, ihm zu helfen: er nahm eine Schere und machte den Kokon auf.

Der Schmetterling kam dadurch sehr leicht heraus.

Aber er hatte einen verkrüppelten Körper, er war winzig und hatte verschrumpelte Flügel.

Der Mann beobachtete das Geschehen weiter, weil er erwartete, dass die Flügel sich jeden Moment öffnen und sich ausdehnen würden, um den Körper des Schmetterlings zu stützen und ihm Spannkraft zu verleihen.

 

Aber nichts davon geschah!

 

Stattdessen verbrachte der Schmetterling den Rest seines Lebens krabbelnd mit einem verkrüppelten Körper und verschrumpelten Flügeln.

 

Niemals war er fähig zu fliegen.

 

Was der Mann in seiner Güte und seinem Wohlwollen nicht verstand, dass der begrenzende Kokon und das Ringen, das erforderlich ist damit der Schmetterling durch die kleine Öffnung kam, der Weg der Natur ist, um Flüssigkeit vom Körper des Schmetterlings in seine Flügel zu fördern. Dadurch wird er auf den Flug vorbereitet sobald er seine Freiheit aus dem Kokon erreicht.

 

Manchmal ist das Ringen genau das, was wir in unserem Leben benötigen.

 

Wenn wir durch unser Leben ohne Hindernisse gehen dürfen, würde es uns lahm legen. Wir wären nicht so stark, wie wir sein könnten, und niemals fähig zu fliegen.

 

 

Ich bat um Kraft….

und mir wurden Schwierigkeiten gegeben, um mich stark zu machen.

 

Ich bat um Weisheit…

und mir wurden Probleme gegeben, um sie zu lösen und dadurch Weisheit zu erlangen.

 

Ich bat um Wohlstand…

und mir wurde ein Gehirn und Muskelkraft gegeben um zu arbeiten.

 

Ich bat um Mut…

und mir wurden Hindernisse gegeben, um sie zu überwinden.

 

Ich bat um Liebe…

und mir wurden besorgte, unruhige Menschen mit Problemen gegeben, um ihnen beizustehen.

 

Ich bat um Entscheidungen…

und mir wurden Gelegenheiten gegeben.

 

„ Ich bekam nichts, was ich wollte…

Aber ich bekam alles was ich brauchte.“

 

Verfasser unbekannt

 

Führe Dein Leben ohne Angst. Begegne allen Hindernissen mit dem Wissen, dass Du sie überwinden kannst, und wirst

 

DER TOPF MIT EINEM SPRUNG

Ein Wasserträger in Indien hatte zwei große Töpfe.  Sie hingen von je einem Ende einer Stange, die er quer über seinen Nacken trug. Einer der Töpfe hatte einen Sprung. Der andere Topf war perfekt. Aus diesem perfekten Krug bekam der Wasserträger immer eine volle Portion Wasser. Aber am Ende des langen Spazierganges von dem Bach zum Haus war der Topf mit einem Sprung nur halbvoll. Das passierte täglich zwei Jahre lang und der Wasserträger hatte immer nur ein und einen halben Topf Wasser wie er zu Hause ankam. 

Natürlich war der perfekte Topf sehr stolz auf seine Leistungen.

Aber der arme Topf mit einem Sprung machte sich selbst immer Vorwürfe und schämte sich, dass es nur die halbe Leistung erbringen konnte. 

Eines Tages, nach zwei Jahren bittere Selbstvorwürfe, sprach der Topf den Wasserträger beim Bach an. „Ich schäme mich und ich möchte mich bei dir entschuldigen. Der Sprung auf meiner Seite macht es nicht möglich das ganze Wasser zu dir nach Hause zu bringen. Den ganzen Weg entlang tröpfelt das Wasser hinaus. Weil ich fehlerhaft bin, bekommst du, trotz deiner Schwerarbeit, nicht alles was du bekommen solltest.“ sagte der Topf. 

Der Wasserträger sagte zum Topf: “Aber ist es dir nicht aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges es wunderschöne Blumen gibt? Auf der anderen Seite gibt es keine. Ich habe immer gewusst, dass du einen Sprung hattest. Und deswegen habe ich Blumensamen auf deiner Seite des Weges gesät. Jeden Tag auf dem Weg nach Hause bewässerst du sie. Und seit zwei Jahren kann ich diese Blumen pflücken und mein Haus damit schmücken. Wenn du anders wärest als du bist, würde ich auf diese Schönheit in meinem Haus verzichten müssen. Ich danke dir für die Freude, die du mir gemacht hast.“

 

Mein Dank für diese Metapher gilt Pearl Nitsche für die Bereitstellung

Auf Leben und Tod

An einem schönen Sommer-Sonnentag, kurz nach zwölf Uhr am Mittag, lauschte ich einem verzweifelten Kampf auf Leben und Tod, der nur zwei Meter neben mir stattfand.

Eine kleine Fliege verbrauchte den letzten Rest ihrer geringen Lebenskraft im vergeblichen Versuch, durch die Fensterscheibe zu fliegen. Das Summen ihre Flügel verkündet die ergreifende Geschichte ihrer Strategie:
Strenge dich noch mehr an!

Doch es funktioniert nicht.

Ihre hektischen Bemühungen bieten keine Hoffnung auf Überleben.
Ironie des Schicksals:“ Ihr Kampf ist Bestandteil der falle. Natürlich kann die Fliege niemals so stark gegen die Scheibe fliegen, dass sie hindurchkäme. Doch dieses kleine Wesen setzt sein ganzes Leben darauf, sein Ziel durch Entschlossenheit und Einsatz zu erreichen.

Diese Fliege ist dazu verdammt, dort auf dem Fensterbrett zu verenden. Doch nur gute drei Meter von ihr entfernt ist die Tür geöffnet. Zehn Sekunden Flugzeit und sie wäre in der Welt da draußen, in die sie so dringend möchte. Mit einem Bruchteil der Bemühungen, die sie jetzt verschwendet, könnte sie sich aus ihrer selbst gestellten Falle befreien. Es gibt einen Ausweg. Es wäre so einfach.

Warum versucht die Fliege nicht, einen anderen weg zu finden, warum probiert sie nicht mal etwas vollkommen anderes? Wie hat sie sich so in der Idee verfangen, dass diese Route und ihre entschlossene Anstrengung die größte Aussicht auf Erfolg hätten? Welche Logik darin, durch eine zunehmende Anzahl der gleichen Vorgehensweisen bis zum bitteren Ende auf einen Durchbruch zu hoffen? Der Fliege erscheint dieser Ansatz offensichtlich sinnvoll. Leider wird sie bei diesem Versuch zu Tode kommen.


Größere Anstrengungen sind nicht unbedingt die Lösung, um weiterzukommen. Sie bedeuten nicht unbedingt, dass Sie das erreichen, was Sie wollen. Manchmal haben die verzweifelten Kämpfe sogar großen Anteil an den Problemen.

Wenn Sie Ihre ganze Hoffnung drauf setzen, durch allergrößtes Bemühen zum Durchbruch zu kommen, könnte das Ihre Chance auf Erfolg zunichte machen.

Deshalb:
Wer weiterhin das tut, was er immer getan hat, braucht sich nicht zu wundern, wenn er weiterhin das bekommt, was er schon immer bekommen hat.

 


Die Inspiration mit der Fliege habe ich von Karl Gamper

Lass die Katze los!

Es gibt eine alte Geschichte, die aus Indien kommen soll, so Prof.Dr.Knoblauck

In einem Kloster lebte ein alter Meister, der jeden Tag seine Andacht hielt. Da er nun mehrfach in seiner Andacht von einer Katze gestört wurde, befahl er, die Katze während seiner Andacht anzubinden.
Einige Jahre später starb der alte Meister und ein neuer Meister nahm seinen Platz ein. Die Katze wurde weiter während der Andacht angebunden.
Wieder einige Jahre später starb die Katze. Um eine Katze während der Andacht anbinden zu können, wurde eine neue Katze gekauft.
Im Lauf der folgenden Jahre kamen Besucher aus anderen Klöstern und sahen, dass in diesem Kloster immer eine Katze zur Andacht angebunden wurde. Sie beschlossen, dies für ihr eigenes Kloster zu übernehmen.
Einige Jahrzehnte später füllten die Gelehrten dicke Bücher über die liturgische Bedeutung des Anbindens einer Katze während der Andacht.


So weit die Geschichte. Wir können sie beliebig weiter spinnen. Bald wird es nämlich im Kloster die Position des Katzenbetreuers und die des Katzenzeremonienmeisters geben. Dann wird es Tierzüchter geben, die sich auf die Aufzucht von Katzen, die nur für die Andacht geeignet sind, spezialisieren. Und auch Unternehmen, die spezielle Halsbänder zum Anbinden der Katze während der Andacht produzieren. Schließlich werden die örtlichen Einzelhändler mancher Regionen die Schönheit gerade ihrer Katzenzeremonie herausstellen und hoffen, damit zahlungskräftige Pilger anzuziehen.

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