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Wir nehmen wahr, was wir wahrnehmen wollen

Im ersten Teil erhalten Sie einen Überblick über die Wahrnehmung. Der zweite Teil gibt einen Einblick darüber, wie Bewusstsein und Aufmerksamkeit Wahrnehmung lenken.

1. Wahrnehmung

In jeder Sekunde seines Lebens wird der Mensch von Eindrücken überflutet. Sie prasseln auf ihn ein, erregen all seine Sinne, machen ihn hellwach oder erschöpfen ihn.
Reize können den Menschen beruhigen oder auch belasten. Reize haben immer eine Wirkung. Reize stimulieren den ganzen Organismus. Sie vermitteln Temperaturänderungen und sind der Auslöser für Geschmack und Geruch, Berührungen werden spürbar, Schmerz und Wohlbefinden trennen sich, Reize vermitteln den Standort im Raum. Sie sorgen für Vertrautheit und Geborgenheit, die in der Kindheit vermittelt werden. Reize sind Informationen, die der Körper permanent verarbeiten muss - 24 Stunden ohne Unterbrechung.

Die Sinnesorgane sind im Dauereinsatz. Sie sind die Brücke jedes Menschen zu seiner Umwelt.

Auf welche geheimnisvolle Weise schafft es das Gehirn, wichtige von unwichtigen Informationen zu trennen? Wie schützt sich der Körper vor Reizüberflutung?

Lebensmittel werden als nicht genießbar erkannt, wenn beispielsweise Früchte verdorben aussehen, wenn ein penetranter Geruch vorherrscht wie z. B. bei verdorbenem Fleisch und Fisch,  wenn die Frucht beim Anfassen noch zu hart und dadurch unreif erscheint oder wenn der Geschmack zu bitter oder ekelerregend empfunden wird.

Umgekehrt können sie aber auch zum weiter hinschauen verleiten - durch gesundes Aussehen, angenehm duftend,  dabei Spaß vermittelnd, unterstützt von akustischen Reizen wie Musik, die das empfundene Wohlbefinden steigert. Das natürliche Grundverhalten kommt immer aus unserem Ur-Bewusstsein und dient dem Schutz des Lebens.

Reize sprechen die Sinne an. Wie machen sie das? Wie geschieht  Wahrnehmung überhaupt?

Der Mensch empfängt alle Reize als Informationen, die auf ihn einwirken. Zeichen, Symbole, Geräusche signalisieren ihm, worauf er achten muss und warnen ihn vor Gefahren. Auch der Geruch von Abgasen ist ein deutlicher Hinweis, der Umwelt besser zu entfliehen, im Gegensatz zum Duft eines guten Essens, dem nur wenige hungrige Menschen widerstehen können. In jeder Sekunde bombardieren die Reize die Sinnesorgane, hilfreich und manche auch überflüssig.

Dabei durchläuft die Informationsflut eine Dichte von 1 Milliarde Bits pro Sekunde. Das entspricht einer Informationsflut von etwa 30.000 Schreibmaschinenseiten. Zur gleichen Zeit gibt der Mensch mit seiner Mimik aber auch 10 Millionen Bits pro Sekunde an Informationen ab. Das entspricht immerhin noch einem Informationsgehalt von etwa 300 Schreibmaschinenseiten.

Damit der Mensch diese Signale verarbeiten  kann müssen sie in Botenstoffe gehirngerecht gewandelt werden.

Bestimmte Frequenzen - wie z.B. Ultraschall oder Röntgenstrahlen - nützen ihm gar nichts, da er keine Möglichkeiten hat, sie zu empfangen.

Nicht besser geht es dem Menschen mit der Orientierung. Für das, was Tiere über tausende von Kilometern mit ihren Instinkten erreichen, benötigt der Mensch Kompass und Karte. CPS-Systeme helfen heute entscheidend und machen es den Menschen leichter. Überall, wo dem Menschen ein spezielles Sinnesorgan fehlt, hat er sich Hilfswerkzeuge konstruiert, wie z.B. in den Bergen einen Höhenmesser oder beim Tauchen einen Tiefenmesser, denn für die Senkrechte besitzt der Mensch keinen Sensor.

Besonders Drachenflieger spüren dieses Manko, wenn sie sich im Flug orientieren wollen.
Das erreichen sie nur mit Hilfsmitteln.

Der Mensch hat fünf Sinne mit denen er sich in seiner Umgebung gut zurechtfindet. Er kann hören, sehen, tasten, riechen und schmecken.

Andere Informationen, die von außen kommen, kann sein Körper nach bisherigem Wissen nicht erkennen.

Der 6. Sinn, der Gleichgewichtssinn, dient zur Feststellung der Körperhaltung und Orientierung im Raum. Der Gleichgewichtssinn hat sein Zentrum im Innenohr und Kleinhirn; er ist aber auch eng mit den Augen und anderen Sinnen sowie mit Reflexen verbunden.

Der 7. Sinn gehört noch in den Bereich der Phantasie oder der Parapsychologie.

Die so genannten Naturgesetze beschreiben keine äußere, von uns unabhängige Welt,
sondern die Funktionsweise unseres eigenen Bewusstseins, das aus der formlosen Gesamtmenge alles Möglichen eine sinnvolle Struktur herausfiltert, beschreibt Jörg Starkmut in seinem Buch „Die Entstehung der Realität“.

Der Verstand schöpft seine Gesetze (a’priori) nicht aus der Natur,
sondern schreibt sie dieser vor.
Immanuel Kant


2. Bewusstsein und Aufmerksamkeit

Von diesen großen Datenmengen, die dem Menschen pro Sekunde zur Verfügung stehen, wird nur ein winzig kleiner Bruchteil bewusst (ca. 40 Bits pro Sekunde) verarbeitet.

Dafür stehen uns Filter zur Verfügung, angeborene und angeeignete. Diese, im Ur-Gedächtnis bereits vorhanden, sind nach unserem heutigen Wissenstand nicht kurzfristig veränderbar. Sie sind für unser Überleben verantwortlich. Ob dies in jedem Falle gut ist, möchte ich hier nicht diskutieren. Nur als Beispiel: Das grimmige Gesicht eines Chefs setzt die gleichen Botenstoffe in unserem Gehirn in Bewegung wie die Bedrohung eines Säbelzahntigers.

Sie denken bestimmt, dass das illusorisch ist. Da haben Sie Recht. Das mit der Angst vor dem Chef ist aus einer Erfahrung aus Ihrem Leben und kann kurzfristig umerzogen werden.

Damit sind wir schon bei einem zweiten Filter, der Erfahrung. Diese beginnt am Tag Ihrer Geburt, so die Forschungsergebnisse vor ein paar Jahren. Heute weiß man, dass auch die 9 Monate Schwangerschaft  Erfahrungen gespeichert haben.

Der Mensch lernt in seinen ersten Lebensjahren nur über die Gefühle seine Welt kennen. Das sind seine Erfahrungen, auf die er seine weiteren Erfahrungen aufbaut. Alles, was er hier lernt, ist das Fundament seiner Persönlichkeit, das sich zu seinen genetischen Potenzialen addiert.
Alles Informationen, die im Unterbewusstsein verankert sind. Diese neuen Informationen dienen dazu, sich in der neuen Umwelt mit dem bereits lebenserhaltenden Ur-Bewusstsein in der veränderten Welt angepasst zu leben.

Urbewusstsein, Kindheitserfahrung ist der Stoff, aus dem Grundbedürfnisse mit Werten geformt werden - unsere Psyche (Seele).

Jedes weitere Lernen, was ja zu Lebzeiten nie aufhört, baut immer auf diesen Erfahrungen auf. Um jetzt die Dinge zu erhalten, die sich der Mensch wünscht, steht ihm sein Bewusstsein zur Verfügung. Er empfindet seine Bedürfnisse und steuert damit seine Aufmerksamkeit und sein Handeln.

Das wunderbare daran ist. Es ist immer alles vorhanden!
Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie sitzen vor Ihrem Fernsehgerät, haben Ihre Fernbedienung in der Hand und die Möglichkeit, aus 99 Programmen auszuwählen. Welches Programm Sie auch wählen, alle anderen sind dennoch vorhanden. Nur nicht sichtbar. Sie bestimmen, was Sie wahrnehmen wollen.

Wann verlieren Sie diese Herrschaft?

Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie hätten schon 2 Tage keine Nahrung und über einen Tag kein Trinken und kein Geld in der Tasche. Was, glauben Sie, wird Ihre Aufmerksamkeit lenken? Klar, Hunger und Durst. In dieser Situation wird selbst der schönste  Buchladen, das wunderbare Autohaus, die noble Boutique eher zum Frust.

Jetzt sind Sie jedoch in der wunderbaren Situation, alles zu haben, was Sie brauchen.

Zufrieden??

Weit gefehlt! Nach einiger Zeit wird dieser Zustand zum Normal. Dann kommt schon der nächste Urimpuls. Wie kann ich mein Leben angenehmer und leichter gestalten? Der Wunsch, Neues zu erkunden, und der Wunsch nach mehr Lebensqualität ist fest in uns verankert.

Die Lernaufgabe in der jetzigen Zeit in unserem mitteleuropäischen Raum ist vor allem die, Urimpulse mit der gegenwärtigen Situation abzugleichen und illusorische Ängste aufzulösen.
Dadurch gelingt es dem Menschen, mit etwas Training seine Bedürfnisse und damit auch seine Aufmerksamkeit zu lenken.

Zusammengefasst der Wissenstand heute:

Unsere Zentraleinheit und damit die Regie hat unser Urbewusstsein (limbischen System).
Die Regieassistenz ist unser Unterbewusstsein mit seinen Erfahrungen und Werten.
Die Impulse der Gefühle und Bedürfnisse werden unserem Bewusstsein zu Handlungssteuerung übermittelt.


Wir können nur das verändern, was wir erkennen.

Wir können nur das geben, was wir haben.


Das ist die grundlegende Haltung im Einzel-Coaching und Aufwärts-Coaching.
Wissen in Können wandeln, das ist die Herausforderung.

Sie sind nicht auf der Welt, um geprüft zu werden.
Sie sind hier um zu erschaffen!



Im Bericht emotionale Intelligenz finden Sie weitere aufschlußreiche Erläuterungen

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